Wo ist Fach 2?Dienstag, 23. Februar 2010
Mal was aus der Reihe der kleinen Dinge des Alltags. Als Kind war ich oft mit meiner Ma beim Einkaufen. An der Kasse beim Zusammenpacken betrachtete ich häufig fasziniert diesen komischen hölzernen Balken, der die beiden Fächer voneinander trennte, in die die Kassiererin immer die Lebensmittel schob. Ich freute mich als kleines Kind immer, wenn wir das hintere Fach bekamen. Es lag wohl daran, daß ich dann fasziniert zuschaute, wie dieser Balken unsere Lebensmittel von den anderen separierte.
Wenn ich heute im nächstgelegenen Supermarkt (ein Edeka) einkaufe, lande ich an derselben Stelle wie damals, vermisse aber ein wesentliches Detail aus der obigen Geschichte. Irgendein findiger Mensch kam in der Zwischenzeit auf den Trichter, daß man Kassen nicht nebeneinander stellen muss. Platzsparenderweise kann man jeweils zwei Kassen auch hintereinander, leicht versetzt im Aufbau, anordnen. Nachteil: Fach 2 fehlt, da an dieser Stelle das Laufband der hinteren Kasse beginnt. Und bei der hinteren wurde es konsequenterweise gleich einfach weggelassen. Das Ganze hat die Auswirkung, daß man zuerst unberechtigterweise häufig auf den Vordermann flucht. Denn dieser blockiert ja schließlich das Fach noch, während die Kassiererin schon die eigenen Lebensmittel abscannt. Danach bricht große Hetze beim Einpacken der Waren in die mitgebrachten Behältnisse aus, da dieser Vorgang meist länger dauert als das Scannen der Kassiererin und das Bezahlen. Und wenn es doch seltsamerweise mal länger dauert, blockiert man das Fach für den Nachfolger. Lieber Edeka und alle anderen Märkte, muss das sein? Ihr braucht so viele Kassen doch sowieso nicht - zumindest bei uns sind selten mehr als drei von sechs offen. Ihr würdet Euren Kunden eine Menge Stress beim Einpacken sparen... und ein paar Kinder würden sich wieder freuen, wenn die Lebensmittel ausnahmsweise mal im hinteren Fach landen. Blog: TunesworldSonntag, 9. Dezember 2007
Für die Musikliebhaber unter uns (wer ist das nicht?) noch etwas Werbung in teilweise eigener Sache. Vor einigen Tagen haben gute Freunde von mir ein neues Blog eröffnet, die Tunesworld, an dem ich schreiberisch auch minimal mitwirke. Das generelle Thema ist die Musik, im Detail die Präsentation von Perlen auf YouTube & Co. Im folgenden noch die Erläuterung von Tunesworld. Ich hoffe, Ihr schaut auch mal vorbei.
Tunesworld is a multiple author blog trying to aggregate some of the cool music on the web. We realized it is difficult to find the good stuff among a gazillion tracks and video clips so we blog about our webfinds, mostly youtube stuff, but not restricted to this. Flucht aus dem KinoMontag, 28. Mai 2007
Von extern wurde ich mit der Frage konfrontiert, warum wohl Leute in Kinos schon bei Beginn des Abspanns fluchtartig den Saal verlassen ohne in Ruhe das Ende des Abspanns abzuwarten. Wenn ich darüber nachdenke, wie es bei mir ist, hat es sich irgendwann gewandelt. Zur Schulzeit bin ich meist zu 1/3 bis 1/2 des Abspannes rausgegangen. Es kam einfach nichts Interessates mehr für mich, daß sich das Warten gelohnt hätte. Und damals kam nach dem Abspann auch eigentlich nie etwas. Etwas sacken lassen war mir damals auch nicht wichtig.
Das hat sich während meines Studiums irgendwann geändert. Es hat irgendwie etwas Beruhigendes, Entspannendes, nach dem Film nochmal die schönsten Szenen im Kopf Revue passieren zu lassen und dazu die letzte Filmmusik zu genießen. Wenn der Film nicht so gut war, kann man sich äquivalent auch vergegenwärtigen, was man jetzt nicht so toll fand. Außerdem spart man sich die Hektik in der Menschenmasse, die durch die engen Gänge nach draußen schleicht. Meines Erachtens hat das Ganze für viele Leute teilweise praktische Gründe, die aber falsch gedacht sind. Bei Konzerten oder in Fußballstadien sieht man es auch manchmal, daß Leute exakt mit dem Abpfiff fluchtartig das Stadion verlassen, um dem Stau nach dem Event zu entfleuchen. Vielleicht überträgt sich das auch auf das kleinere Event "Kino". Oder es ist die heute allgemein etwas hektischere Zeit, daß die meisten Leute einfach keine ruhige Minute mehr haben. Vielleicht haben wirklich viele Leute Unruhe bei dem Gefühl, drei bis vier Minuten ruhig sitzen zu bleiben und in sich zu gehen. Vielleicht ist gerade Kinopublikum ein Klientel, das immer Action braucht? Film: Brücke nach TarabithiaMittwoch, 7. März 2007
Wir waren eben im Kino; der Film: "Brücke nach Tarabithia". Am Anfang wußte ich nicht so sehr, was ich erwarten sollte. Der eine Trailer, den ich gesehen hatte, und die Werbung preisten den Film als eine Art "Chroniken von Narnia II" an. Die Werbezeitschrift der Kinokette wiederum beschrieb den Film so, daß ich einen seichten Kinderfilm erwartete. Was sich uns dann präsentierte, war wieder etwas total anderes und ging eher in die Richtung eines Jugendfilms über Freundschaft im Stile von "Stand By Me" mit leichten Fantasyeinschlägen.
Es geht darin hauptsächlich um den ungefähr 12jährigen Jungen Jess, der auf dem Land mit seinen Eltern und den vier weiblichen Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen lebt. Zuhause muss er vor allem gegenüber seiner kleinen Schwester zurückstecken, während seine älteren Geschwister ihn eher von oben herab behandeln und die Eltern genug damit zu tun haben, das Geld für alle heranzuschaffen. In der Schule sieht es nicht viel anders aus; dort wird er von den meisten nur als Außenseiter behandelt, weswegen er sich in seine eigene Welt der Malerei zurückzieht. Das Ganze ändert sich, als ein Mädchen namens Leslie mit ihren Eltern aus der Stadt auf das Nachbargrundstück zieht und in seine Klasse kommt. Auch sie erwischt einen schweren Start in der Schule. Doch hat sie genauso viel Phantasie wie Jess, wenngleich es sich bei ihr vor allem schreiberisch äußert. Über diese Brücke freunden sich die beiden schnell an. Gemeinsam meistern die neuen Freunde die Probleme in der Schule und bauen sich in ihrer Freizeit ein eigenes Reich der Phantasie namens Tarabithia im Wald hinter den elterlichen Häusern auf. Bis zu diesem Punkt ist der Film noch recht einfach verdaulich, aber was danach auf uns einströmte, drückte mir so auf mein Gemüt, daß ich hätte heulen können. Die Freundschaft findet nämlich ein jähes Ende und ab da ist der Film nur noch melancholisch und traurig. Allerdings empfand ich diese Traurigkeit nicht mit dem Holzhammer induziert wie sonst von Hollywood üblich. Im Gegentum wurde die Handlung so staubtrocken rübergebracht, daß es meinem Empfinden nach perfekt passte. Zusätzlich spielte mit ein, daß der Film es schaffte, das Schöne und die Freude an der Freundschaft der beiden Hauptcharaktere wunderbar in Szene zu setzen, und diese Freude zumindest mir zu vermitteln und eine ungeheure Sympathie aufzubauen. Danach wird das Gebilde aus Phantasie und Realität so unsanft zerstört, daß es mir wirklich weh tat. Wer den Film noch nicht gesehen hat und Lust hat auf einen Film über Aufstieg und Fall einer Freundschaft zweier Jugendlicher mit zwei absolut wunderbaren Hauptdarstellern (Anna Sophia Robb sei besonders erwähnt, ebenso Robert Patrick, der hier einen strengen Vater abgeben darf), der möge sich den Film anschauen. Man erwarte allerdings bitte keinen Fantasy-Film. Ein schönes Review, das ebenfalls nichts vom Ende verrät, findet sich hier (English). Auto trifft Tier (oder auch nicht)Sonntag, 14. Januar 2007
Neulich beim Mittagessen in der Kantine kam die Sprache auf einen Unfall auf der Strecke eines Arbeitskollegen. Offenbar handelte es sich dabei um einen Frontalzusammenstoss. Ich kenne die Strecke (sehr viele Pendler unterwegs, viele Tempolimits, normale Bundesstraße) und vermutlich ist das auf ein zu waghalsiges Überholmanöver zurückzuführen. Ich gab dann trotzdem zu Protokoll, daß ja auch ein Tier irgendwie quergeschossen sein könnte.
Ein anderer Kollege meinte dann, daß man in so einem Fall ja sowieso nicht ausweichen, sondern mittemang auf das Tier auffahren sollte. Ich kenne diese Regelung und so falsch finde ich sie auch nicht. Schließlich gefährdet man beim Ausweichen in die falsche Richtung ja auch noch weitere Personen (siehe oben). Nur ist solch eine Regelung kaum vernünftig durchzusetzen. Sicher hat es fast jeder schon einmal erlebt, daß ein Reh plötzlich vor einem Stand. In so einem Fall hat man höchstens ein paar Millisekunden Zeit zu reagieren und für die Überlegung "Hm, lieber nicht ausweichen, sondern voll drauf, denn es könnte sein, daß ich sonst in den Gegenverkehr rase." bleibt selten Zeit. Meines Erachtens handelt da in 90% aller Fälle nur noch der Instinkt. Und für instinktive Handlungen kann man kaum Regelungen treffen. Bei einer schnurgerade Landstraße in der Nacht beispielsweise, wo ich plötzlich nur das Reh vor mir sehe und sonst keinen Lichtschein, so wird sich mein Instinkt vermutlich für's Ausweichen entscheiden. (Mir schon passiert.) Wenn ich dagegen auf der anderen Fahrbahn einen Lichtkegel wahrnehme, wird der Instinkt wohl eher in Richtung Butnik/Natur ausweichen. Meines Erachtens hängt das auch noch davon ab, wie man Tieren selbst innerlich gegenübersteht. Ein Tierpfleger wird vermutlich kaum instinktiv volle Kanne auf das Tier zu halten, sondern lieber den Kontakt mit einem Baum am Fahrbahnrand riskieren. BehördengängeDonnerstag, 4. Januar 2007
Behördengänge sind immer etwas nervig, die heutigen beiden zählten dazu. Beim einen handelte es sich um eine Personalausweisverlängerung. Hm, das hört sich jetzt an wie der Betreff einer neuartigen Spam-Variante.
Interessant wurde es dann nach fünf Minuten Wartezeit am Schalter. Ist es typisch Murphy, wenn man einmal in fünf Jahren seinen Personalausweis erneuern lassen will und genau an diesem Tag in den Bürgerbüros der Hansestadt Lübeck ein neues Verwaltungssystem eingeführt wird? Ich glaube, Murphyger geht's gar nicht mehr. Auf jeden Fall hatte die Dame arge Probleme, mich zu verlängern. Nach fünf Minuten war dann auch der Grund gefunden: Mein Nebenwohnsitz ist immer noch im elterlichen Hannover und das System wollte immer nach Hannover "telefonieren", daß mein Ausweis verlängert wird. Nur hat das System das zum heutigen Tag wohl noch nicht gebacken bekommen. Die armen Systemadministratoren, die sich darum kümmern müssen... Beileid unter Kollegen. Meine Quittung habe ich dennoch bekommen. Danach ging es zum Standesamt, die Eheschließung von Herzdame und meiner Wenigkeit anmelden. Was wir beibringen müssen, stand netterweise auf der Webseite des Standesamtes. Ist ja alles modern. Aber ich befürchte, eine Kommunikationsaufnahme mit Linz wird sich kaum vermeiden lassen... Pleiten, Pech und Pannen im Lübecker FilmhausDienstag, 28. November 2006
Eigentlich wollte ich diesen Artikel schon letzte Woche schreiben, aber S9Y hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht: Während des Speicherns... aber das ist eine andere Geschichte.
Vor acht Tagen waren Crusy, Herzdame und ich im Lübecker Filmhaus. Das Kino ist aus der Renovierung eines Lübecker Kultkinos namens 2wei50 entstanden. Dabei handelte es sich um eine Art "Studentenkino". Kleine Sääle, keine Platzkarten, alte Deko, Eintritt für 2 Öre (der Name resultiert noch aus der DM-Zeit, als er wirklich 2,50 kostete) und das Beste: Teilweise Wiederaufführung von Klassikern wie "Pulp Fiction". Doch leider war dieses Konzept wohl nicht mehr haltbar und das Kino wirklich renovierungsbedürftig. Mittlerweile ist an seiner Stelle eine Art Kulturkino getreten, das zur CineStar-Gruppe gehört. Das Cinestar ist eine Viertelstunde Fußweg entfernt, und so teilen sich beide Kinos das Angebot. Im Filmhaus wird in Zukunft also alles landen, was nach Meinung der Betreiber eher weniger Zuschauer anlockt. "Pleiten, Pech und Pannen im Lübecker Filmhaus" vollständig lesen Guter Kundenservice (Amazon)Montag, 6. November 2006
Einen Kommentar ist folgender Mailverkehr zwischen Amazon und mir letzten Sonntag(!) eigentlich nicht wert. Kundenservice mal auf perfekt.
Sehr geehrte Damen und Herren, "Guter Kundenservice (Amazon)" vollständig lesen
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