Heute Morgen habe ich
Ubuntu 7.04 auf meinem Dell Latitude D420 installiert, und ich muss sagen: Es rockt!

Die wenigen Probleme, die ich bei Kubuntu 6.10 noch hatte, haben sich weiter minimiert. Nach einem Boot von der Live-CD betätigte ich den Install-Button. Mit dem Installer kann man recht schnell eine eventuell vorhandene Windows-Partition verkleinern und im frei gewordenen Bereich Ubuntu installieren. Ich muss zwar noch testen, ob das Windows das überlebt hat, aber ich nehme es einfach an. Ansonsten gibt es hier spätestens morgen noch ein Update.

Wäre aber auch nicht schlimm drum, weil mein Notebook insgesamt noch sehr neu ist und ich sowieso bisher nichts im Windows gemacht habe.
Nach der Installation präsentierte sich mir Ubuntu wie schon bei der Live-CD in 1024*768. Da ich auf Arbeit nur nebenher die Installation angestoßen hatte und ich zu diesem Zeitpunkt noch anderes zu tun hatte, vertagte ich die mir schon von Kubuntu bekannte Installation des 915resolution-Paketes auf später. Zuhause dann kurz gejubelt, weil auch WLAN wieder sofort funktionierte, den Paketmanager Synaptic gestartet und
915resolution nachinstalliert. Die Ausgabe ließ mich vermuten, daß die native Auflösung meines Display von 1280*800 automatisch erkannt wurde - und ein mutiger Test mit STRG-ALT-Backspace (Neuinitiierung X-Server) bestätigte diese Vermutung. Damit musste ich nicht einmal mehr ein einziges Config-File anfassen.
Danach richtete ich mit Synaptic noch die Software ein, die ich vorher unter Kubuntu schon schätzen gelernt hatte: X-Chat (IRC), Gaim (ICQ), Thunderbird (eMail) und RDesktop (RDP auf meinen Desktop-PC). Absolut begeistert bin ich von Gnome. Bisher hatte ich nur KDE und in grauer Vorzeit den fvwm als Window-Manager genutzt. Gnome hatte ich einmal ausprobiert, aber dann sofort verworfen, weil mir die GUI einfach nicht zugesagt hatte. Nachdem mich aber KDE unter Kubuntu 6.10 nicht wirklich vom Hocker gerissen hatte, entschied ich mich einfach für einen neuen Versuch. Und was soll ich sagen.... zum einen wirkt der Desktop einfach viel aufgeräumter; rein subjektiv habe ich das Gefühl, daß ich unter Gnome mehr Platz habe als vorher unter KDE bei derselben Auflösung. Darüber hinaus wirken die Administrationstools irgendwie stabiler und funktioneller. Last but not least: Gaim und XChat lassen sich wie bei Windows in die Symbolleiste minimieren und (wichtig!) mit einem Single-Klick wieder aufrufen. Kleine Ursache, große Wirkung: Will man nur schnell nachschauen, was sich in den Chats tut, reichen zwei Klicks, und es sind nicht zwei Doppelklicks notwendig wie unter anderen GUIs.
Ach ja, einziger Nachteil momentan: mp3s wollen nur unter speziellen, nachinstallierten Playern, weil der mp3-Support bei Ubuntu
aus Lizenzgründen nicht von vornherein mitgeliefert ist. Aber irgendwie biege ich das auch noch hin.
Tja, zu mehr bin ich nicht gekommen. Mein Fazit: Der Einstieg in Linux ist eindeutig leichter geworden. Selbst bei einem Notebook mit Hardware-Komponenten etwas außer der Reihe klappt das komplette Aufsetzen eines funktionierenden Grundsystems mit GUI, WLAN/Internet und wenigen speziellen Anwendungen mit etwas Grundwissen (durch eine Woche Kubuntu-Nutzung) innerhalb von zwei Stunden. Wobei Ubuntu unbestritten eine der einsteigerfreundlichsten Distributionen mit der Zielgruppe der abwanderungswilligen Windowser sein dürfte.